AchtungFalleLizenz-Check · Register · Warnungen

Copecart ist eine Zahlungs- bzw. Vertriebsplattform für digitale Produkte – nicht der Anbieter der Kurse selbst. Wer hier kauft, schließt den Vertrag häufig mit Copecart als Wiederverkäufer.

Geprüft am 25.09.2026 Register: ZFU So prüfen wir

Das Prüfergebnis im Überblick

  • Kein Eintrag im ZFU-VerzeichnisUnter diesem Namen ist kein Lehrgangsanbieter verzeichnet (Stand 25.09.2026). [Quelle]
  • Keine BaFin-WarnungIn 2.662 BaFin-Meldungen seit 2018 kein Treffer zum Namen. [Quelle]

Ist Copecart seriös?

Das lässt sich nicht eindeutig mit Ja beantworten: Zahlungs-/Plattformanbieter, kein Kursveranstalter – Seite erklärt Rolle bei Rückforderungen (Vertragspartner/Reseller).

Braucht Copecart eine ZFU-Zulassung?

Wenn ein Online-Coaching Wissen vermittelt, überwiegend räumlich getrennt stattfindet und der Lernerfolg überwacht wird, gilt es als Fernunterricht. Dann ist eine Zulassung der ZFU Pflicht.

Ohne diese Zulassung ist ein Fernunterrichtsvertrag nach § 7 FernUSG nichtig. Der Bundesgerichtshof hat 2025 entschieden (Az. III ZR 109/24), dass das auch für Online-Coachings gelten kann – auch wenn sie sich an Selbstständige richten. [Quelle]

Im ZFU-Verzeichnis (811 Anbieter, Stand 25.09.2026) haben wir Copecart nicht gefunden. Ob das konkrete Angebot unter das FernUSG fällt, hängt vom Format ab – wir bewerten keine Einzelverträge. [Quelle]

Copecart selbst ist kein Kursanbieter, sondern Plattform. Der Vertragspartner steht auf der Rechnung bzw. im Bestellprozess.

Erfahrungen mit Copecart – die Faktenlage

Wir veröffentlichen keine gekauften oder ungeprüften Kundenbewertungen. Stattdessen zeigen wir, was offizielle Stellen zu Copecart dokumentiert haben: keine BaFin-Warnungen.

In allen 2.662 Verbrauchermitteilungen der BaFin zu unerlaubten Geschäften seit August 2018 gibt es keine Warnung gegen Copecart selbst. [Quelle]

Typische Warnzeichen in Erfahrungsberichten zu Coachings: Einkommensversprechen, Druck im Verkaufsgespräch („nur heute“), Ratenzahlung über Dritte und fehlender Widerruf.

Ist Copecart Betrug?

Dafür gibt es keine behördliche Feststellung. Die Registerlage ist aber nicht eindeutig – Zahlungs-/Plattformanbieter, kein Kursveranstalter – Seite erklärt Rolle bei Rückforderungen (Vertragspartner/Reseller).

Wer steckt hinter Copecart und was macht das Unternehmen?

Copecart wurde 2018 von Kris Stelljes, Rene Renk und Raoul Plickat gegründet und ist heute ein Fintech-Unternehmen mit Sitz in Berlin. Geschäftsführer war zunächst Rene Renk, später folgten Florian Bornschier und Sergej Dubowik; aktuell führen laut Recherche Jan Brüger und CEO Dr. Michael Kloep die Geschäfte, Mitgründer Plickat sitzt weiterhin im Vorstand.

Laut Anbieter beschäftigt Copecart über 100 Mitarbeiter in 16 Ländern und ist in über 30 Ländern aktiv. Wichtig für Kunden: Copecart ist kein Kursveranstalter, sondern tritt als Zahlungsabwickler und Wiederverkäufer (Reseller) der Produkte auf – das spielt bei Rückforderungen eine zentrale Rolle.

Was bietet Copecart an und was kostet die Nutzung?

Copecart ist eine Verkaufsplattform für digitale und physische Produkte, darunter Online-Kurse, E-Books, Coachings, Bücher sowie Agentur-Dienstleistungen wie Webdesign. Für Verkäufer (Vendoren) ist die Kontonutzung laut Anbieter kostenlos; berechnet werden nur bei tatsächlichem Verkauf eine Provision von 4,9 % des Warenkorbwerts plus 1 Euro Transaktionsgebühr.

Ab einem sechsstelligen monatlichen Umsatz erfolgt laut Anbieter ein automatisches Upgrade auf Sonderkonditionen im Enterprise-Bereich. Bis Frühjahr 2020 verlangte Copecart von Vendoren noch feste Monats- oder Jahresgebühren; dieses Modell wurde seitdem auf ein reines Erfolgsprovisionssystem umgestellt.

Was bedeutet die Ratenzahlung bei Copecart-Coachings für Kunden?

Bei Ratenzahlung können Kunden zwischen mehreren Plänen wählen, etwa über sechs Raten, abgewickelt über Klarna; bis 5.000 Euro sind laut Anbieter drei Raten zinsfrei möglich. Laut einem Kanzleibericht vom April 2024 beendete Klarna zeitweise die Zusammenarbeit mit Copecart.

Rechtlich relevant: Wurde die Klarna-Finanzierung direkt beim Buchungsvorgang des Coachings abgeschlossen, können laut Fachanwälten beide Verträge als verbundene Geschäfte gelten. Das kann bedeuten, dass Zahlungen gestoppt werden können, wenn der zugrundeliegende Coachingvertrag unwirksam ist. Betroffene sollten die genaue Vertragskonstruktion und den Zeitpunkt des Finanzierungsabschlusses prüfen lassen, bevor sie weiterzahlen.

Ist für Coachings über Copecart eine ZFU-Zulassung nötig?

Ja, sofern das Coaching als zulassungspflichtiger Fernunterricht einzustufen ist. CopeCart weist auf einer eigenen Hilfeseite selbst darauf hin: Ohne Zertifizierung durch die Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) kann der Kaufvertrag nach § 7 Abs. 1 FernUSG von Anfang an nichtig sein. Anwälte berichten, dass die CopeCart GmbH als Vertragspartnerin in der Regel nicht über eine solche Zulassung verfügt. Auf derselben Hilfeseite gibt CopeCart Anbietern Hinweise, wie sich die Zulassungspflicht durch den Verzicht auf individuelle Lernerfolgskontrollen vermeiden lässt.

Was sagen Gerichte zu Copecart-Coachingverträgen?

Die Rechtsprechung ist uneinheitlich. Mehrere Amtsgerichte erklärten CopeCart-Coachingverträge wegen fehlender ZFU-Zulassung für nichtig und verurteilten CopeCart zur Rückzahlung – etwa das AG Gelnhausen (3.570 Euro), das AG Köln (Az. 168 C 91/24) und das AG Mannheim (Az. 2 C 1235/25, noch nicht rechtskräftig). Ein Urteil des AG Leipzig wurde nach Berufungsrücknahme rechtskräftig (3.900 Euro). Das LG Aachen dagegen verneinte in einem Fall die ZFU-Pflicht. Der BGH bestätigte grundsätzlich die Anwendung des FernUSG auf Coachingverträge (Urteil vom 12.06.2025), schränkte die Auslegung 2026 aber bei synchronem Online-Unterricht ein.

Gab es Verbraucherzentralen-Klagen gegen Copecart?

Ja. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) klagte gegen die CopeCart GmbH wegen irreführender Informationen zum Widerrufsrecht und zu zeitlich begrenzten Angeboten sowie wegen verzögerter Anzeige der Bestellbestätigung nach zweimaliger Ablehnung von Upselling-Angeboten. Das Landgericht Berlin II gab dem vzbv recht (Az. 15 O 287/24). In Österreich klagte der VKI im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich wegen verweigerter Rücktrittsrechte und unzulässiger AGB-Klauseln; CopeCart unterlag vor HG Wien, OLG Wien und OGH. Das österreichische Umweltbundesamt untersagte zudem per Bescheid das Angebot nicht zugelassener Fernlehrgänge an österreichische Verbraucher.

Was können Betroffene tun, wenn sie ihr Geld von einem über Copecart gebuchten Coaching zurückfordern wollen?

Betroffene sollten zunächst prüfen lassen, ob das gebuchte Coaching als zulassungspflichtiger Fernunterricht ohne ZFU-Zulassung einzustufen ist – dann kann der Vertrag nach § 7 Abs. 1 FernUSG nichtig sein. Mehrere Amtsgerichte haben in solchen Fällen Rückzahlungen gegen Copecart zugesprochen, andere Gerichte lehnten dies ab; der Ausgang hängt stark vom konkreten Vertragsformat ab. Da die Rechtslage uneinheitlich ist, empfiehlt sich eine individuelle anwaltliche Prüfung der Vertragsunterlagen. Bei laufender Ratenzahlung über Klarna oder andere Anbieter kann zudem relevant sein, ob Finanzierungs- und Coaching-Vertrag rechtlich verbunden sind. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen zu Copecart

Ist Copecart seriös?

Das lässt sich nicht eindeutig mit Ja beantworten: Zahlungs-/Plattformanbieter, kein Kursveranstalter – Seite erklärt Rolle bei Rückforderungen (Vertragspartner/Reseller).

Ist Copecart Betrug?

Dafür gibt es keine behördliche Feststellung. Die Registerlage ist aber nicht eindeutig – Zahlungs-/Plattformanbieter, kein Kursveranstalter – Seite erklärt Rolle bei Rückforderungen (Vertragspartner/Reseller).

Hat Copecart eine ZFU-Zulassung?

Im ZFU-Verzeichnis haben wir keinen Eintrag gefunden (Stand 25.09.2026).

Was bedeutet eine fehlende ZFU-Zulassung?

Fällt ein Kurs unter das Fernunterrichtsschutzgesetz, ist ein Vertrag ohne Zulassung nichtig (§ 7 FernUSG).

Welche Erfahrungen gibt es mit Copecart?

Wir veröffentlichen keine gekauften oder ungeprüften Kundenbewertungen. Stattdessen zeigen wir, was offizielle Stellen zu Copecart dokumentiert haben: keine BaFin-Warnungen.

Wo kann ich mich über Copecart beschweren?

Bei der Verbraucherzentrale; Hinweise auf nicht zugelassenen Fernunterricht nimmt die ZFU entgegen.

Was kostet CopeCart für Verkäufer?

Die Nutzung als Vendor ist laut Anbieter kostenlos; berechnet werden 4,9 % des Warenkorbwerts plus 1 € Transaktionsgebühr je Verkauf. Ab einem sechsstelligen monatlichen Umsatz erfolgt laut Anbieter ein automatisches Upgrade auf Sonderkonditionen (Enterprise).

Welche Rolle spielt CopeCart beim Kauf eines Coachings?

CopeCart tritt als Zahlungsabwickler und Reseller auf, das heißt: Das Unternehmen verkauft die Produkte im eigenen Namen weiter und wird dadurch selbst Vertragspartner der Käuferin bzw. des Käufers. Der eigentliche Coach oder Kursanbieter ist damit rechtlich nicht die erste Ansprechperson.

Ist eine Ratenzahlung bei CopeCart-Coachings möglich?

Ja, CopeCart bindet für Ratenzahlungen den Anbieter Klarna ein; laut CopeCart sind bis zu 5.000 € über drei Raten zinsfrei möglich, weitere Ratenpläne mit mehr Raten existieren ebenfalls. Laut einem Kanzleibericht vom April 2024 hatte Klarna die Zusammenarbeit mit CopeCart zeitweise beendet.

Brauchen Coachings über CopeCart eine ZFU-Zulassung?

Das kommt auf den Einzelfall an. CopeCart weist selbst darauf hin, dass zulassungspflichtiger Fernunterricht ohne ZFU-Zertifizierung nach § 7 Abs. 1 FernUSG nichtig sein kann; mehrere deutsche Amtsgerichte (u. a. Gelnhausen, Köln, Mannheim, Leipzig) haben CopeCart deshalb zur Rückzahlung verurteilt, während das LG Aachen die ZFU-Pflicht in einem Fall verneinte.

Was hat der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen CopeCart eingeklagt?

Der vzbv warf CopeCart irreführende Informationen zum Widerrufsrecht und zu zeitlich begrenzten Angeboten vor, außerdem eine verzögerte Anzeige der Bestellbestätigung nach abgelehnten Upselling-Angeboten. Das Landgericht Berlin II gab dem vzbv recht (Az. 15 O 287/24).

Quellen

  1. ZFU – Verzeichnis der Lehrgangsanbieter
  2. BaFin – Verbrauchermitteilungen zu unerlaubten Geschäften (2.662 Meldungen seit 08/2018 ausgewertet)
  3. Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG)
  4. Recherche: copecart.com
  5. Recherche: qa7.copecart.com
  6. Recherche: softools.de
  7. Recherche: help-eu.copecart.com
  8. Recherche: kanzlei-breyer.de
  9. Recherche: help-eu.copecart.com
  10. Recherche: anwalt.de
  11. Recherche: wbs.legal
  12. Recherche: anwalt.de
  13. Recherche: gr-anwalt.de
  14. Recherche: ra-schulte.net
  15. Recherche: help-eu.copecart.com