Das Prüfergebnis im Überblick
- BaFin-Meldung vom 21.04.2022Handelsplattform Bitcoin Prime: BaFin ermittelt gegen den Betreiber der Internetseite bitcoinprimeapp.com/de mit dem Angebot der Bitcoin Prime App [Quelle]
Ist Bitcoin Prime ein seriöser Anbieter?
Nach Registerlage nein: Bitcoin Prime hat keine Erlaubnis für Deutschland und steht auf einer offiziellen Warnliste.
Seit Ende 2024 brauchen Krypto-Anbieter in der EU eine Zulassung nach MiCA. Wer ohne Zulassung Kunden in Deutschland bedient, handelt unerlaubt – Ihr Geld ist dann nicht durch EU-Regeln zur getrennten Verwahrung geschützt. [Quelle]
Hat Bitcoin Prime eine Erlaubnis?
Nein, nicht nach unserem Registerabgleich. Maßgeblich sind das MiCA-Register der ESMA und die BaFin-Unternehmensdatenbank.
Weder im MiCA-Register der ESMA noch in der BaFin-Unternehmensdatenbank haben wir einen Eintrag zu Bitcoin Prime gefunden (Stand 25.09.2026). [Quelle]
Erfahrungen mit Bitcoin Prime – die Faktenlage
Wir veröffentlichen keine gekauften oder ungeprüften Kundenbewertungen. Stattdessen zeigen wir, was offizielle Stellen zu Bitcoin Prime dokumentiert haben: 1 BaFin-Meldung(en).
BaFin, 21.04.2022: Handelsplattform Bitcoin Prime: BaFin ermittelt gegen den Betreiber der Internetseite bitcoinprimeapp.com/de mit dem Angebot der Bitcoin Prime App. Die BaFin stellt gemäß § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz ( KWG ) klar, dass der Betreiber der Handelsplattform Bitcoin Prime mit dem Angebot der Bitcoin Prime App, angeboten über die Internetseite bitcoinprimeapp.com/de und auch erreichbar über die Landingpage c… [Quelle]
Typisch für diese Plattformen: Werbung mit Promi-Fotos, angebliche KI-Trading-Bots, Anrufe von „Brokern“ und Auszahlungen, die nie ankommen. [Quelle]
Ist Bitcoin Prime Betrug?
Die BaFin hat zu Bitcoin Prime offiziell gewarnt bzw. ermittelt. Wir geben den Wortlaut der Behörde wieder: „Handelsplattform Bitcoin Prime: BaFin ermittelt gegen den Betreiber der Internetseite bitcoinprimeapp.com/de mit dem Angebot der Bitcoin Prime App“ (21.04.2022).
Wenn Sie Geld an eine unerlaubte Plattform überwiesen haben: Zahlung sofort bei der Bank reklamieren, Anzeige bei der Polizei erstatten, keine weiteren „Gebühren“ für eine angebliche Auszahlung zahlen und sich vor „Recovery“-Firmen hüten, die gegen Vorkasse Geld zurückholen wollen. [Quelle]
Welche Behörden warnen vor Bitcoin Prime?
Die BaFin warnt in zwei separaten Meldungen vor Bitcoin Prime und einer namensähnlichen Plattform. Am 21.04.2022 stellte die BaFin klar, dass der Betreiber der Bitcoin Prime App keine Erlaubnis nach dem KWG oder WpIG besitzt und nicht ihrer Aufsicht unterliegt. Am 08.09.2022 folgte eine weitere Warnung zu den Domains bitcode-prime.de und investkingdom.co, die ebenfalls keine Erlaubnis für Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen haben.
Auch international gibt es Warnungen: Die kanadischen Wertpapieraufsichten (CSA) führen Bitcoin Prime in ihrer Liste von Investoren-Warnungen. In Italien wurde die Plattform laut Medienbericht nach einer Meldung der belgischen Aufsicht FSMA an die Consob gemeldet.
Für FMA, FCA, CNMV und AMF liegen keine konkret belegten Warnungen zu diesem Namen vor.
- BaFin: zwei Warnmeldungen (2022)
- CSA (Kanada): Eintrag in Investor Alerts
- Italien: Meldung über belgische FSMA an Consob
Mit welcher Masche arbeitet Bitcoin Prime?
Bitcoin Prime wirbt laut Recherchen mit gefälschten Promi-Aussagen und angeblichen Medienberichten. Fake-Artikel im Stil der Tagesschau behaupteten etwa, Peter Maffay habe bei Markus Lanz für eine Bitcoin-Software geworben – ein Faktencheck von CORRECTIV widerlegte dies, der Artikel stammte tatsächlich von der Domain provenstrategies.co. Solche Anzeigen erreichten laut Faktencheck rund 80.000 Facebook-Accounts.
Nach Eingabe der Telefonnummer folgt laut einem Fachportal meist umgehend ein Anruf, bei dem zu einer Einzahlung ab 250 Euro gedrängt wird, verbunden mit Versprechen auf hohe tägliche Gewinne. Bei Verweigerung drohen Mitarbeiter teils mit angeblichen rechtlichen Konsequenzen aus einem "mündlichen Vertrag". Auch auf Trustpilot berichten Nutzer von aggressiven Anrufen ausländischer Nummern. Das EVZ rät, bei fehlendem Impressum oder fehlender Aufsichtsangabe misstrauisch zu werden.
Über welche Domains tritt Bitcoin Prime auf?
Bitcoin Prime nutzte laut BaFin die Domain bitcoinprimeapp.com/de sowie die Landingpage cnw-offers.live/btc-prime-de/. In einer zweiten, separaten Warnung nennt die BaFin die Domain bitcode-prime.de, die Nutzer zur Plattform investkingdom.co weiterleitet – auf beiden Seiten fehlten Impressum und Angaben zur Betreibergesellschaft.
Ein Fachportal weist zudem auf große optische Ähnlichkeiten zu anderen Trading-Bot-Websites wie Bitcoin Code oder Bitcoin Profit hin, bei denen häufig nur das Logo ausgetauscht wird. Dies deutet auf dieselben Hintermänner hinter mehreren Plattformen hin. Die Betreiber selbst bleiben dabei anonym.
Ein häufiger Domainwechsel nach Sperrungen ist bei diesem Plattformtyp laut Recherche üblich.
- bitcoinprimeapp.com/de (BaFin-Warnung 2022)
- cnw-offers.live/btc-prime-de/ (Landingpage)
- bitcode-prime.de → investkingdom.co (separate BaFin-Warnung)
Was tun, wenn Sie bei Bitcoin Prime schon eingezahlt haben?
Dokumentieren Sie zunächst alle Unterlagen: Zahlungsbelege, E-Mail-Verkehr, Chatverläufe und Namen oder Nummern der Anrufer. Diese Nachweise sind wichtig für eine Anzeige bei der Polizei und für die eigene Bank oder den Zahlungsdienstleister.
Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank oder Ihr Kreditkarteninstitut, um zu klären, ob eine Rückbuchung möglich ist. Je nach Zahlungsweg (Überweisung, Kreditkarte, Kryptowährung) unterscheiden sich die Chancen erheblich – bei Krypto-Zahlungen ist eine Rückholung meist ausgeschlossen.
Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, auch wenn eine Rückzahlung unsicher erscheint. Weitere Anrufe mit Zahlungsaufforderungen oder Drohungen sollten Sie nicht befolgen – ein rechtsverbindlicher Vertrag mit einem anonymen Betreiber ohne Impressum kommt allein durch ein Telefonat nicht zustande.
Betroffene mit Fragen zu problematischem Anlage- oder Spielverhalten finden Unterstützung bei check-dein-spiel.de oder telefonisch unter 0800 1 37 27 00.
Für wen eignet sich Bitcoin Prime – und für wen nicht?
Bitcoin Prime eignet sich nach den vorliegenden Fakten für niemanden als seriöse Investitionsmöglichkeit. Die BaFin hat 2022 zweimal öffentlich klargestellt, dass Betreiber unter diesem und ähnlichen Namen ohne Erlaubnis nach dem KWG tätig waren – ein zentrales Merkmal, das gegen jede Nutzung spricht.
Auch international listen Behörden wie die kanadische CSA die Plattform als Warnung für Anleger. Ein fehlendes Impressum, anonyme Betreiber und aggressive Callcenter-Anrufe mit Zahlungsdruck sind laut Fachportalen und Nutzerberichten typisch für das Angebot.
Wer auf vermeintliche Promi-Werbung für "todsichere" Geldanlagen stößt, sollte besonders wachsam sein: Laut EVZ und Faktenchecks handelt es sich dabei regelmäßig um gefälschte Inhalte, die Kriminelle zur Kundengewinnung nutzen. Eine seriöse, regulierte Alternative mit Sitz und Aufsicht in Deutschland oder der EU lässt sich anhand des MiCA-Registers oder der BaFin-Datenbank überprüfen – bei Bitcoin Prime findet sich dort kein Eintrag.
Häufige Fragen zu Bitcoin Prime
Ist Bitcoin Prime seriös?
Nach Registerlage nein: Bitcoin Prime hat keine Erlaubnis für Deutschland und steht auf einer offiziellen Warnliste.
Ist Bitcoin Prime Betrug?
Die BaFin hat zu Bitcoin Prime offiziell gewarnt bzw. ermittelt. Wir geben den Wortlaut der Behörde wieder: „Handelsplattform Bitcoin Prime: BaFin ermittelt gegen den Betreiber der Internetseite bitcoinprimeapp.com/de mit dem Angebot der Bitcoin Prime App“ (21.04.2022).
Hat Bitcoin Prime eine BaFin-Lizenz?
Nein, einen Eintrag haben wir nicht gefunden.
Wer beaufsichtigt Bitcoin Prime?
Nach unserem Registerabgleich keine EU-Aufsicht mit Zulassung für Deutschland.
Welche Erfahrungen gibt es mit Bitcoin Prime?
Wir veröffentlichen keine gekauften oder ungeprüften Kundenbewertungen. Stattdessen zeigen wir, was offizielle Stellen zu Bitcoin Prime dokumentiert haben: 1 BaFin-Meldung(en).
Wo kann ich mich über Bitcoin Prime beschweren?
Bei der Polizei (Anzeige) und bei der BaFin. Überweisen Sie kein weiteres Geld.
Wie funktioniert die Bitcoin-Prime-Masche im Ablauf?
Interessenten werden meist über gefälschte Promi-Werbung oder Anzeigen auf eine Website mit Anmeldeformular geleitet. Nach Eingabe der Telefonnummer folgen laut Fachportalen umgehende Anrufe von Mitarbeitern, die zu einer Einzahlung ab 250 Euro drängen und hohe tägliche Gewinne versprechen. Bleibt die Einzahlung aus, berichten Nutzer von wiederholten Anrufen, teils mit Druck durch angebliche vertragliche Verpflichtungen.
Warum wird bei Bitcoin Prime mit bekannten Personen geworben?
Kriminelle nutzen gefälschte Artikel und Videos, in denen Prominente angeblich für eine Trading-Software werben, um Vertrauen zu erzeugen. Ein Faktencheck von CORRECTIV belegte, dass ein kursierender gefälschter Tagesschau-Artikel mit einer angeblichen Aussage von Peter Maffay frei erfunden war und über Facebook-Anzeigen rund 80.000 Accounts erreichte. Ähnliche Fälschungen kursierten laut Mimikama auch mit anderen Namen wie Til Schweiger oder Barbara Schöneberger.
Warum taucht Bitcoin Prime unter verschiedenen Domains auf?
Die BaFin hat neben bitcoinprimeapp.com/de auch die Domain bitcode-prime.de gewarnt, die zu investkingdom.co weiterleitet. Fachportale ordnen solches Domain-Hopping als typisches Verhalten nicht lizenzierter Handelsplattformen ein, die nach Sperrungen unter neuem Namen wieder erscheinen. Ein einheitliches, aktuelles Domain-Verzeichnis für 2026 liegt nicht vor.
Warnen auch Behörden außerhalb Deutschlands vor Bitcoin Prime?
Ja, die kanadischen Wertpapieraufsichten (Canadian Securities Administrators) führen Bitcoin Prime in ihrer Liste von Investoren-Warnungen. In Italien wurde die Plattform zudem im Zusammenhang mit einer Meldung der belgischen Finanzaufsicht FSMA als Warnhinweis für Sparer aufgeführt. Für Behörden wie FMA, FCA, CNMV oder AMF ließen sich keine spezifisch auf "Bitcoin Prime" bezogenen Warnmeldungen belegen.
Woran erkennt man gefälschte Trading-Plattformen wie Bitcoin Prime?
Verbraucherschützer des Europäischen Verbraucherzentrums raten, auf der Website nach einem Impressum und einer Angabe zur zuständigen Aufsichtsbehörde wie der BaFin zu suchen; fehlen diese, ist Vorsicht geboten. Auch die BaFin warnt generell davor, Links aus angeblichen Promi-Werbeanzeigen anzuklicken, da diese oft zu betrügerischen Online-Handelsplattformen führen. Anonyme Betreiberangaben gelten laut Fachportalen als zusätzliches Warnsignal.
Quellen
- BaFin – Verbrauchermitteilungen zu unerlaubten Geschäften (2.662 Meldungen seit 08/2018 ausgewertet)
- Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA), Art. 75 – Verwahrung von Kryptowerten
- ESMA – Interim MiCA Register (zugelassene Krypto-Dienstleister, CASPS.csv)
- Polizeiliche Kriminalprävention – Cybertrading-Betrug
- BaFin – Beschwerde über ein Unternehmen einreichen
- BaFin, 21.04.2022: Handelsplattform Bitcoin Prime: BaFin ermittelt gegen den Betreiber der Internetseite bitcoinprimeapp.com/de mit dem Angebot der Bitcoin Prime App
- Recherche: bafin.de
- Recherche: bafin.de
- Recherche: bafin.de
- Recherche: evz.de
- Recherche: correctiv.org
- Recherche: dpa-factchecking.com
- Recherche: mimikama.org
- Recherche: block-builders.de
- Recherche: securities-administrators.ca
- Recherche: migliori-investimenti.com