Das Prüfergebnis im Überblick
- BaFin-Meldung vom 04.08.2022coinstats.app: BaFin ermittelt gegen die Inomma LLC [Quelle]
Wie seriös ist Coinstats?
Nach Registerlage nein: Coinstats hat keine Erlaubnis für Deutschland und steht auf einer offiziellen Warnliste.
Seit Ende 2024 brauchen Krypto-Anbieter in der EU eine Zulassung nach MiCA. Wer ohne Zulassung Kunden in Deutschland bedient, handelt unerlaubt – Ihr Geld ist dann nicht durch EU-Regeln zur getrennten Verwahrung geschützt. [Quelle]
Hat Coinstats eine Erlaubnis?
Nein, nicht nach unserem Registerabgleich. Wir haben beide maßgeblichen Register abgefragt: ESMA (MiCA) und BaFin.
Weder im MiCA-Register der ESMA noch in der BaFin-Unternehmensdatenbank haben wir einen Eintrag zu Coinstats gefunden (Stand 25.09.2026). [Quelle]
Erfahrungen mit Coinstats – die Faktenlage
Wir veröffentlichen keine gekauften oder ungeprüften Kundenbewertungen. Stattdessen zeigen wir, was offizielle Stellen zu Coinstats dokumentiert haben: 1 BaFin-Meldung(en).
BaFin, 04.08.2022: coinstats.app: BaFin ermittelt gegen die Inomma LLC. Die BaFin stellt gemäß § 37 Abs. 4 Kreditwesengesetz ( KWG ) klar, dass die Inomma LLC keine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz zum Betreiben von Bankgeschäften oder Erbringen von Finanzdienstleistungen besitzt. Das Unternehmen wird nicht von der BaFin beauf… [Quelle]
Typisch für diese Plattformen: Werbung mit Promi-Fotos, angebliche KI-Trading-Bots, Anrufe von „Brokern“ und Auszahlungen, die nie ankommen. [Quelle]
Coinstats: Betrug oder seriös?
Die BaFin hat zu Coinstats offiziell gewarnt bzw. ermittelt. Wir geben den Wortlaut der Behörde wieder: „coinstats.app: BaFin ermittelt gegen die Inomma LLC“ (04.08.2022).
Wenn Sie Geld an eine unerlaubte Plattform überwiesen haben: Zahlung sofort bei der Bank reklamieren, Anzeige bei der Polizei erstatten, keine weiteren „Gebühren“ für eine angebliche Auszahlung zahlen und sich vor „Recovery“-Firmen hüten, die gegen Vorkasse Geld zurückholen wollen. [Quelle]
Was hat die BaFin-Warnung gegen Coinstats konkret ausgelöst?
Auslöser war die Einschätzung der BaFin, dass die Angaben auf der Website Coinstats.app hinreichenden Verdacht auf unerlaubte Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen begründen. Am 04.08.2022 setzte die BaFin die Seite deshalb auf ihre Warnliste.
Betrieben wird Coinstats.app laut BaFin von der Inomma LLC. Nach § 37 Abs. 4 KWG stellte die Behörde klar, dass dieses Unternehmen über keine Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz verfügt und nicht von der BaFin beaufsichtigt wird.
Die BaFin äußert damit kein eigenes Betrugsurteil, sondern stellt das Fehlen der erforderlichen Erlaubnis fest. Gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und den Landeskriminalämtern rät sie, bei Geldanlagen im Internet vorsichtig zu sein und Anbieter vor einer Anlage gründlich zu prüfen.
Warnt auch die britische Aufsichtsbehörde FCA vor Coinstats?
Ja, die britische Finanzaufsicht FCA warnt ebenfalls vor "CoinStats (Coinstats.app)". Sie geht davon aus, dass die Firma möglicherweise Finanzdienstleistungen oder -produkte ohne die erforderliche Erlaubnis anbietet oder bewirbt, und rät, Geschäfte mit ihr zu vermeiden.
Die FCA weist zudem darauf hin, dass solche Firmen häufig falsche Kontaktdaten angeben, diese im Zeitverlauf ändern oder Angaben eines anderen, echten Unternehmens übernehmen, um seriös zu wirken.
Für Kunden dieser Firma besteht laut FCA im Streitfall kein Zugang zum Financial Ombudsman Service, und sie sind nicht durch das Financial Services Compensation Scheme (FSCS) abgesichert. Damit ist es laut FCA unwahrscheinlich, eingesetztes Geld zurückzuerhalten, sollte die Firma den Betrieb einstellen.
Ist "Coinstats.app" dasselbe wie der Krypto-Tracker "CoinStats.com"?
Nein, es handelt sich um zwei zu unterscheidende Sachverhalte. Die von BaFin und FCA gewarnte Plattform firmiert unter Coinstats.app und wird der Inomma LLC zugeordnet. Der bekannte Krypto-Portfolio-Tracker läuft unter coinstats.com.
CoinStats (coinstats.com) warnt selbst ausdrücklich davor, dass Betrüger den Markennamen missbrauchen: Wer behauptet, Nutzer hätten Guthaben bei CoinStats, betreibt laut Unternehmen Betrug. Die Masche: Täter legen ein Konto mit fremdem Wallet-Guthaben an, kontaktieren Opfer und verlangen später angebliche "Gebühren" oder "Steuern" für eine Auszahlung.
Zusätzlich verzeichnete CoinStats im Juni 2024 einen Sicherheitsvorfall, bei dem In-App-Wallets von rund 1.590 Nutzerkonten angegriffen wurden. Im Nachgang traten vermehrt gefälschte "Recovery"-Angebote auf, die sich als CoinStats-Support ausgaben.
Welche Masche steckt hinter Warnungen wie bei Coinstats?
Ein verbreitetes Muster ist der sogenannte Cybertrading-Fraud: Anzeigen auf Nachrichtenportalen oder in sozialen Medien wirken wie redaktionelle Artikel bekannter Medien und zeigen Prominente mit erfundenen Zitaten über angebliche Anlageerfolge, so beschreibt es die Polizei Duisburg. Ein Klick führt zu professionell gestalteten Trading-Plattformen, auf denen vermeintliche Anlageberater Kontakt aufnehmen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und das LKA Rheinland-Pfalz warnten im April 2025 vor genau diesem Vorgehen. Zusätzlich warnt CoinStats (coinstats.com) selbst vor Identitätsmissbrauch: Betrüger legen ein Konto an, fügen eine fremde Wallet mit hohem Guthaben hinzu und verlangen anschließend "Gebühren" oder "Steuern" für eine angebliche Auszahlung. Diese allgemeinen Betrugsmuster sind nicht namentlich auf Coinstats.app bestätigt, decken sich aber mit dem Vorgehen, vor dem BaFin und FCA warnen.
Was können Betroffene jetzt tun?
Wer bereits Geld an Coinstats.app überwiesen hat, sollte den Kontakt sofort abbrechen und keine weiteren Zahlungen leisten, auch wenn "Gebühren" oder "Steuern" für eine Auszahlung gefordert werden. Die BaFin sowie Bundeskriminalamt und Landeskriminalämter raten, Geldanlagen im Internet vorab gründlich zu prüfen. Betroffene können Anzeige bei der Polizei erstatten und Bank oder Zahlungsdienstleister über die Transaktion informieren. Bei Kontakt durch angebliche "CoinStats"-Mitarbeiter, die unaufgefordert Guthaben oder eine Rückerstattung aus einem früheren Betrugsfall in Aussicht stellen, ist besondere Vorsicht geboten – dies ist laut CoinStats selbst ein bekanntes Betrugsmuster. Bei Fragen zu problematischem Trading- oder Spielverhalten bietet check-dein-spiel.de sowie die Rufnummer 0800 1 37 27 00 kostenlose und anonyme Beratung.
Häufige Fragen zu Coinstats
Ist Coinstats seriös?
Nach Registerlage nein: Coinstats hat keine Erlaubnis für Deutschland und steht auf einer offiziellen Warnliste.
Ist Coinstats Betrug?
Die BaFin hat zu Coinstats offiziell gewarnt bzw. ermittelt. Wir geben den Wortlaut der Behörde wieder: „coinstats.app: BaFin ermittelt gegen die Inomma LLC“ (04.08.2022).
Hat Coinstats eine BaFin-Lizenz?
Nein, einen Eintrag haben wir nicht gefunden.
Wer beaufsichtigt Coinstats?
Nach unserem Registerabgleich keine EU-Aufsicht mit Zulassung für Deutschland.
Welche Erfahrungen gibt es mit Coinstats?
Wir veröffentlichen keine gekauften oder ungeprüften Kundenbewertungen. Stattdessen zeigen wir, was offizielle Stellen zu Coinstats dokumentiert haben: 1 BaFin-Meldung(en).
Wo kann ich mich über Coinstats beschweren?
Bei der Polizei (Anzeige) und bei der BaFin. Überweisen Sie kein weiteres Geld.
Ist Coinstats.app dasselbe Unternehmen wie der Krypto-Portfolio-Tracker CoinStats (coinstats.com)?
Nein, hier sind zwei unterschiedliche Sachverhalte zu trennen. Die BaFin-Warnung vom 04.08.2022 richtet sich gegen Coinstats.app und die dahinterstehende Inomma LLC. Der Markenname des legitimen Krypto-Portfolio-Trackers CoinStats (coinstats.com) wird davon unabhängig von Betrügern zur Identitätsvortäuschung missbraucht, wie das Unternehmen selbst öffentlich warnt.
Welche Domains werden im Zusammenhang mit Coinstats.app noch genannt?
Als verbundene oder ähnliche Domains werden unter anderem coin-stats.com, Coinstats.live, Coinstats.online, Coinstats.claims und Coinstats.financial genannt. Ob diese Seiten tatsächlich zur gleichen Struktur gehören, ist aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend belegt.
Warnt auch eine ausländische Aufsichtsbehörde vor Coinstats?
Ja, die britische Finanzaufsicht FCA hat unter der Bezeichnung "CoinStats (Coinstats.app)" ebenfalls gewarnt und rät, Geschäfte mit der Firma zu vermeiden. Laut FCA haben Kunden dieser Firma im Beschwerdefall keinen Zugang zum Financial Ombudsman Service und sind nicht durch das Financial Services Compensation Scheme abgesichert.
Wie funktioniert die Masche, bei der Betrüger sich als CoinStats ausgeben?
Laut Angaben von CoinStats selbst legen Betrüger ein Konto an, hinterlegen dort eine fremde, vermögende Wallet und kontaktieren Betroffene per Telefon, SMS oder Social Media mit der Behauptung, sie hätten Guthaben bei CoinStats. Anschließend werden für die angebliche Auszahlung Gebühren oder Steuern verlangt – dieser Zahlungsvorgang ist der eigentliche Betrug.
Gab es einen Hackerangriff auf CoinStats?
Laut einem Recherchebericht kam es im Juni 2024 zu einem Sicherheitsvorfall, bei dem eine mutmaßlich staatlich verbundene Hackergruppe die In-App-Wallets von CoinStats angriff und Vermögenswerte aus rund 1.590 Nutzerkonten entwendete. Im Nachgang nutzten Betrüger den Vorfall für gefälschte Rückerstattungsangebote, die private Wallet-Zugangsdaten abfragten.
Quellen
- BaFin – Verbrauchermitteilungen zu unerlaubten Geschäften (2.662 Meldungen seit 08/2018 ausgewertet)
- Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA), Art. 75 – Verwahrung von Kryptowerten
- ESMA – Interim MiCA Register (zugelassene Krypto-Dienstleister, CASPS.csv)
- Polizeiliche Kriminalprävention – Cybertrading-Betrug
- BaFin – Beschwerde über ein Unternehmen einreichen
- BaFin, 04.08.2022: coinstats.app: BaFin ermittelt gegen die Inomma LLC
- Recherche: bafin.de
- Recherche: fca.org.uk
- Recherche: scamadviser.com
- Recherche: help.coinstats.app
- Recherche: bridgereclaim.com